Aufbauphase 2011-2013 und Weiterführung 2014-2020

Projektidee und Projektbegründung

Der SCI Schweiz arbeitet seit 90 Jahren aktiv in der Friedensbildung und Jugendarbeit, vor allem durch interkulturellen Austausch und Freiwilligeneinsätze. Ein Schwerpunkt liegt auf der Zusammenarbeit mit Durchgangszentren für Asylbewerberinnen und Asylbewerber. Die gemeinsamen Projekte haben die Sensibilisierung gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Ausgrenzung zum Ziel. Das Projekt „TheaterFlucht“ wurde als Pilotprojekt in Zusammenarbeit mit dem Jugendkulturzentrum Dynamo in Zürich gestartet, um Kindern auf der Flucht vor Not, Armut und Krieg die Möglichkeit zu geben gemeinsam mit Migrations- und Schweizer Kindern neue Ausdrucksmittel und kreative Möglichkeiten zu entdecken. Nun soll das Projekt auf die ganze Schweiz ausgedehnt und der Wissenstransfer gewährleistet werden.

 

Gesamtprojektziel

Hauptziel des Projektes ist es, Integration von Kindern aus Durchgangszentren in verschiedenen Schweizer Städten mittels kreativer Methoden wie Theater, Tanz, Gesang, zu fördern. Ein wichtiger Aspekt der Integration ist die Stärkung des Selbstbewusstseins und des Vertrauens der Kinder, denn nur wer sich seiner eigenen Identität bewusst ist und sich sicher und anerkannt fühlt, kann sich gegenüber anderen öffnen. Gleichzeitig wird über die gemeinsame Erarbeitung einer Präsentation eine Brücke zwischen Kindern und Jugendlichen mit verschiedenen kulturellen Hintergründen geschaffen, der Umgang mit anderen Kulturen wird im Alltag geübt und Vorurteile abgebaut.

Jugendliche und junge Erwachsene, die sich während der je zweiwöchigen Durchführung des TheaterFlucht-Programms engagieren, lernen mit Methoden der nicht formalen Erziehung mit Kindern zu arbeiten, Kreativität zu entwickeln und eine Gruppe zu betreuen. Sie lernen die Thematik Asyl und deren Konsequenzen aus Sicht der Betroffenen kennen und sie erhalten Instrumente und Unterstützung, um sich mit diesen Themen konstruktiv in der Gruppe auseinandersetzen zu können.

 

Teilziel 1: Wissenstransfer, Coaching und Modellprojekt

Aufgrund der Erfahrungen im Pilotprojekt soll ein Leitfaden für den Aufbau von TheaterFlucht-Projekten in anderen Städten erarbeitet werden. Die Erarbeitung erfolgt in Zusammenarbeit mit den Jugendlichen, Jugendarbeiterinnen und Jugendarbeitern, die sich 2010 aktiv am Projekt beteiligt hatten. Die neu Beteiligten werden durch Coaching von erfahrenen Projektkoordinatorinnen und Projektkoordinatoren unterstützt. So wird der Wissenstransfer sichergestellt und die Partizipation von Jugendlichen im ganzen Projektablauf gefördert. Das Modell-Projekt soll es ermöglichen mit geringerem Aufwand weitere lokale Projekte erfolgreich aufzubauen, durchzuführen und Synergien zu nutzen. Es wird folgende Teile enthalten:

1. Leitfaden für den Aufbau lokaler Projekte inklusive Zeitplan

2. Projektbeispiele aus dem Sommer 2011

3. Erfahrungsberichte der Teilnehmenden

 

 

Teilziel 2: Internationale TheaterFlucht–Programme durchführen

Schrittweise werden Theaterflucht-Projekte in 6-10 Schweizer Städten aufgebaut. Lokale Projektteams werden gebildet und Partnerorganisationen gesucht. So kann das Gesamtprojektziel der Integration der Kinder und Sensibilisierung der Jugendlichen mittels kreativer Methoden in einem grösseren Umfang erreicht werden. Die Workcamps mit internationalen Teilnehmenden sind ein ideales Gefäss zur Förderung der interkulturellen Kompetenz. Durch die gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit und die grössere Anzahl Beteiligte wird die Sichtbarkeit des Projekts verbessert.

 

Teilziel 3: Bildung eines Netzwerks

Durch die Koordination der Aktivitäten wird die Bildung eines Netzwerks zwischen den lokalen Organisationen aus den verschiedenen Standorten gefördert. Über das Netzwerk können nicht nur Informationen und Wissen weitergegeben, sondern auch Synergien genutzt werden. Das Netzwerk wird durch die gemeinsame konzeptuelle Arbeit am Modellprojekt und mittels einer Projektwebseite gefördert.

 

Wirkung

Mit dem Theaterflucht-Projekt wird das Know-How und Netzwerk der Trägerorganisation in den Bereichen Rassismusbekämpfung und Integration nachhaltig gestärkt. Dank der regelmässigen Durchführung der TheaterFlucht-Workcamps in verschiedenen Landesteilen wird eine langfristige Verankerung der Themen und Methoden des Projekts in der Trägerorganisation und den Partnerorganisationen erreicht.

Vom Projekt profitieren zwischen 2011 und 2013 rund 500 Kinder und 200 jugendliche Betreuerinnen und Betreuer sowie zahlreiche weitere implizierte Akteure und Organisationen. Die Kinder sind durch die Stärkung ihres Selbstbewusstseins besser integriert, können Freizeitangebote verschiedener Institutionen nutzen und pflegen den Kontakt untereinander. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen besitzen Kompetenzen, um mit Methoden der nicht formalen Erziehung interkulturelles Lernen zu fördern. Sie kennen die Thematik Asyl und deren Konsequenzen aus Sicht der Betroffenen und engagieren sich als aktive Bürger gegen Rassismus und für die Integration von Migrantinnen und Migranten.

 

Öffentlichkeitsarbeit

Eine breite Öffentlichkeit wird durch aktive Medienarbeit während der Projektdurchführung für die Ziele der Trägerorganisationen und Projektpartner sowie für die Themen Flucht und Integration sensibilisiert. Auf der Projektwebseite stellen wir eine umfassende Dokumentation zur Verfügung.

Ausserdem werden während der ganzen Projektdauer unsere Printerzeugnisse (Newsletter, Mitgliederbriefe) und der elektronische Newsletter für die Projektkommunikation genutzt. So werden die jugendlichen Mitglieder aufgerufen, am Projekt mitzuwirken. Auch andere vernetzte Medien im Jugendbereich werden für Aufrufe zum Mitmachen und allgemeine Informationen über das Projekt genutzt.

 

Follow-up

2013 konnten wir in 10 Schweizer Städten TheaterFlucht-Projekte anbieten und über ein Netzwerk von Partnern für die Organisation von Workcamps in diesem Bereich zu verfügen, die die Angebote in ihre Strukturen integrieren. Ausserdem werden auch lokale Initiativen für ständige Theatergruppen unterstützt, so dass die Kinder auch während dem Jahr zur kreativen Auseinandersetzung mit ihrem Erlebten animiert werden.

 

Projektphasen und Zeitplanung

2011

März-April: Erweiterung Projektteams, Vernetzung mit Partnerorganisationen, Erarbeitung Programme

Mai-Juni: Rekrutierung und Vorbereitung der Freiwilligen und Kinder

Juli-August: Theaterflucht-Workcamps an drei Durchführungsorten mit Medienarbeit

September: Evaluation des Sommerprogramms bei Teilnehmenden und Institutionen

Oktober- Dezember: Einarbeiten der Erfahrung in das Modellprojekt und Übersetzung; Analyse der Möglichkeiten zur Integration in bestehende Strukturen

November-Januar: Suche neuer Partner und Aufgleisen der Workcamps im Sommer 2012

2012

Februar-Oktober: Durchführungsphase analog zu 2011

September-Dezember: Evaluation und Entscheid über Weiterausbau

2013

Februar-August: Durchführungsphase analog zu den Vorjahren

September-Dezember: Schlussevaluation und Überführung in bestehende Strukturen

2014-2020

Weiterführung und Ausbau in jeweils 4 -6 Städten.